Metaanalyse | NATUR+PHARMAZIE 2/2020

Vitamin D mit Kalzium: verringertes Frakturrisiko

Die Gabe von 25-Hydroxyvitamin D wird zur Fraktur- und Sturzprophylaxe empfohlen. Konkrete Empfehlungen sind aber trotz vieler Studien zum Thema nur schwer zu geben. Eine neue Untersuchung der Datenlage zeigte nun, dass die Einnahme von Vitamin D, mit Kalzium kombiniert, erfolgsversprechender ist, als die Vitamin-D-Gabe allein.
Frauen sind ab 60 Jahren, Männer ab 70 Jahren, besonders gefährdet an Osteoporose zu erkranken. Dauerhafter Vitamin- D-Mangel führt unter anderem zu sekundärem Hyperparathyreoidismus, Knochenschwund und Muskelschwäche. Deshalb wird Vitamin D auch zur Sturzprophylaxe empfohlen. Vitamin-D (25-OHVitamin- D3) sorgt auch dafür, dass sich Kalzium in den Knochen einlagern kann. Die alleinige Gabe von Vitamin D hat folglich aber nicht den gewünschten frakturprophylaktischen Effekt. Dies zeigte nun eine Metaanalyse, die Dr. Pang Yao von der Universität Oxford mit seinem Team durchgeführt hat und die im Fachmagazin JAMA Open Network veröffentlicht wurde. Wurde nur Vitamin D verabreicht, zeigte das keinen prophylaktischen Effekt auf Knochenfrakturen allgemein oder speziell auf die im Alter gefürchteten Hüftkopffrakturen. Elf Beobachtungsstudien mit über 39.000 Teilnehmern lagen diesem Ergebnis zugrunde. Ihre Schlussfolgerungen seien jedoch mit Vorsicht zu ziehen, denn die Vitamin-DGabe erfolgte in den eingeschlossenen RCT heterogen, intermittierend und in teilweise sehr geringer Dosierung. Denn auch aus der Analyse ging hervor: Ein Anstieg der 25-Hydroxy-Vitamin-D-Blutspiegel um 10 ng/ml reduzierte das Gesamtrisiko für Frakturen um sieben Prozent sowie für Hüftfrakturen um 20 Prozent (Rate Ratio, RR 0,93 bzw. 0,80). Dosen von 2.000 IE pro Tag sind erforderlich, um die 25-OH-Vitamin- D3-Konzentration im Blutspiegel um 20 ng/ml zu erhöhen. Die Gabe von Vitamin D in Intervallen mit mehr als einem Monat Pause scheint auch nicht sinnvoll zu sein, so die Schlussfolgerungen. Die kombinierte Gabe von Vitamin D und Kalzium zeigte gute vorbeugende Wirkungen. Die Auswertung von sechs RCT mit über 49.000 Teilnehmern, die täglich zwischen 400 und 800 IE Vitamin D in Kombination mit 1.000 bis 1.200 mg Kalzium erhielten, zeigte ein reduziertes Fraktur-Gesamtrisiko um sechs Prozent. Das Auftreten von Hüftkopffrakturen konnte die kombinierte Supplementierung um insgesamt 16 Prozent senken.
Quelle: Yao P et al.: Vitamin D and Calcium for the prevention of fracture. A systematic review and meta-analysis. 2019. JAMA Network Open; 2(12):e1917789. doi:10.1001/jamanetworkopen.2019.17789

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