Pilotstudie

Naturmedizin 5/2020

Therapeutische Wirkungen von Solebädern auf die Neurodermitis

Es wurde in Studien bereits gezeigt, dass Sole, die an der Ostküste Koreas gewonnen wurde, im Mausmodell eine Schutzwirkung gegen durch 2,4-Dinitrochlorbenzol hervorgerufene Hautläsionen hat, die der Neurodermitis (atopische Dermatitis) ähnlich sind. Eine aktuelle Studie untersuchte den Effekt von Solebädern zur Behandlung von leichter bis mittelschwerer Neurodermitis.
Wegen verminderter epidermaler Barrierefunktion neigen Betroffene zu trockener Haut und sind im Allgemeinen anfällig für Hautinfektionen, was wiederum die Entzündung verschlimmert. Zu den Hauptpfeilern der konventionellen Behandlung gehören topische Steroide, Emollientien, topische Calcineurininhibitoren, systemische Antihistaminika und Immunmodulatoren. Bäder entfernen nicht nur Fremdstoffe von der Haut, sondern verringern auch das Infektionsrisiko und versorgen die Haut mit Flüssigkeit – davon gehen Yoo et al. aus. Vierundzwanzig Patienten mit leichter bis mittelschwerer Neurodermitis wurden angewiesen, zwei Wochen lang 20 Minuten pro Tag in Sole zu baden. Messungen wurden zu Studienbeginn und nach der zweiten Woche durchgeführt, einschließlich SCORAD-Index (SCORing Atopic Dermatitis), Korneometrie, Messung des transepidermalen Wasserverlusts, visuelle Analogskala für den Juckreiz und die Erfassung unerwünschter Ereignisse. Die Probanden zeigten nach der zweiten Woche eine signifikante Verbesserung in Bezug auf den SCORAD- Index, die Hautfeuchtigkeit, den transepidermalen Wasserverlust und den Juckreiz im Vergleich zum Ausgangswert. Die Autoren schlussfolgern, dass Sole-Bäder eine alternative und komplementäre therapeutische Strategie zur Behandlung von Neurodermitis sein können.
Quelle: Yoo J et al.: Therapeutic effects of saline groundwater solution baths on atopic dermatitis: A pilot study. 2020. Evid Based Complement Alternat Med. 2020: 8303716. doi:10.1155/2020/8303716
ICD-Codes: L20.8
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