Einsatz in der Frühphase | Naturmedizin 3/2018

Rheumatoide Arthritis mit Anthroposophischer Medizin behandeln

Eine Studie mit 251 Patienten zeigte, dass die Anthroposophische Medizin bei frühzeitigem Einsatz eine nebenwirkungsarme Alternative zu konventionellen Therapien sein könnte. Auch die positiven Langzeitverläufe sind vergleichbar.

Biologische und synthetische krankheitsmodifizierende Antirheumatika (Diseasemodifying anti-rheumatic drugs, DMARDs) sollen als Basistherapeutika bei rA frühzeitig eingesetzt werden, um die Krankheitsentwicklung zu verlangsamen. Einige Patienten lehnen jedoch eine frühzeitige Behandlung mit DMARDs ab. Gibt es besser verträgliche, wirksame Alternativen?
Für eine vierjährige, prospektive, nicht-randomisierte Phase-IV-Studie wurden Patienten im Alter von 16 bis 70 Jahren mit rheumatoider Arthritis in der Frühphase ohne bisherige konventionelle Therapie ausgewählt. Eine Gruppe wählte selbst die Behandlung mittels Anthroposophischer Medizin (AM) ohne DMARDs (n = 129), die andere wählte die Behandlung nach konventionellem Standard (n = 122). Beide Gruppen erhielten Kortikosteroide und nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR). Die primären Ergebnisse waren die Intensität der rA-Symptome gemessen durch Selbsteinschätzung visueller Analogskalen, C-reaktives Protein, radiologische Progression, schwerwiegende unerwünschte Ereignisse und unerwünschte Arzneimittelwirkungen in den Monaten 0 bis 48. Beide Behandlungsschemata waren mit einer deutlichen Verringerung der Symptome und CRP und nur geringer radiologischer Progression assoziiert. In der Nachbeobachtungszeit benötigten sechs Patienten der AM-Gruppe DMARDs. Kein primärer Endpunkt zeigte signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen, abgesehen von den unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die 50,4 % der AM-Gruppe und 68,5 % der konventionellen Gruppe betrafen. Aufgrund des nicht-randomisierten Studiendesigns, bei dem Patienten die anthroposophische Behandlung selbst wählten, kann nicht abgeleitet werden, wie diese Behandlung bei den anderen Patienten funktioniert hätte. Trotzdem: „Für die Patienten sind diese Ergebnisse sehr vielversprechend, denn es wurde deutlich, dass es durchaus Alternativen zu DMARD gibt“, so Autor Hamre.
Quelle:

Hamre H J et al.: A 4-year non-randomized ... Patient Preference and Adherence 2018: 12; 375 – 397

ICD-Codes: M06.9

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