Tumorinduzierte Immunsuppression | Apotheken-Depesche 4/2018

Mistel gleicht Immunschwächung aus

Mistelextrakte werden in der komplementären Krebstherapie zur Stimulierung der Immunantwort eingesetzt. In-vitro konnte gezeigt werden, dass Wirkstoffe der Mistel die tumorinduzierte Immunsuppression neutralisieren

Verwendet wurde ein Präparat aus Eichenmistel (Qu) und eines aus Eschenmistel (F). Beide Mistelextrakte konnten die Reifung von dendritischen Zellen und die Expression des Immunglobulins HLA-DR stimulieren und die tumorinduzierte Immunsupprression so aushebeln. Auswirkungen auf die Zytokinresektion, wie in vorangegangenen Studien beschrieben worden, hatten sie nicht.
Mistellektine sind die wichtigsten aktiven Komponenten von Viscum album. Ihre apoptotischen Effekte auf maligne Zellen und ihr Potenzial als Immunmodulatoren wurden schon ausführlich beschrieben. Sie sind in der Lage, das Immunsystem zu modulieren, und stimulieren eine Erhöhung von T-Zellen, Eosinophilen und der Reifung dendritischer Zellen. Auch bei dem aktuell beschriebenen Mechanismus scheinen sie, zumindest teilweise, beteiligt zu sein. Wurden die Mistelzubereitungen ohne Lektine verwendet, war der Effekt nämlich nicht beobachtbar. Weitere Untersuchungen müssen klären, ob Mistellektine eine spezifische Interaktion mit dendritischen Zellen eingehen. EG
Quelle:

Steinbor C et al.: Viscum album ... PLOS ONE 2018, https://doi.org/10.1371/journal.pone.0181553

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