Gestörter Schlaf | Naturmedizin 2/2019

Menopause: Hitzewallungen, Depressionen und mehr

Zwischen 40 und 56 % aller Frauen im menopausalen oder postmenopausalen Alter klagen über Schlafstörungen. Schuld sind oft die Hitzewallungen, die zu Schlafunterbrechungen führen. Gleichzeitig können Depressionen für Einschlafprobleme und verfrühtes Aufwachen sorgen.

Die am häufigsten genannte Beschwerde von Frauen mit perimenopausalen Schlafstörungen ist häufiges Aufwachen. Schuld daran sind meist die menopausalen Hitzewallungen. So berichten Frauen mit mittelschweren bis schweren Schweißausbrüchen mehr als dreimal so häufig über nächtliche Schlafunterbrechungen als Frauen ohne Hitzewallungen. Das lästige Problem kann bereits Frauen im späten reproduktiven Alter zu schaffen machen. 26 % aller perimenopausalen Frauen werden sogar so stark von den vasomotorischen Beschwerden im Schlaf gestört, dass sie die Diagnosekriterien für Insomnie erfüllen. Aber nicht alle Frauen wachen von ihren Hitzewallungen auf, und nicht immer sind Hitzewallungen an der Schlaffragmentierung schuld. Denn auch depressive Vertimmungen und Angststörungen können sich negativ auf den Schlaf auswirken und umgekehrt. Mit der menopausalen Transition nimmt auch das Risiko für Depressionen zu. Anders als die Hitzewallungen führen sie aber häufig zu Einschlafproblemen und verfrühtem Aufwachen und damit zu einer allgemein verkürzten Schlafdauer. Darüber hinaus können perimenopausale Beschwerden neben den akuten auch für künftige Depressionen prädisponieren. Weitere Störfaktoren, die den Schlaf in der Perimenopause beeinträchtigen können, sind schlafbezogene Atemstörungen und nächtliche periodische Extremitätenbewegungen – beides Probleme, die mit dem Alter zunehmend vorkommen. Die multifaktorielle und komplexe Ätiologie von Schlafstörungen erfordert ein individuelles und oft kombiniertes Vorgehen. So kann eine Linderung der Hitzewallungen durch eine Hormontherapie häufig auch die Schlafqualität verbessern. Isoflavone aus Sojaprodukten können ebenfalls helfen, die menopausalen Symptome zu reduzieren. Die primäre Maßnahme bei Patientinnen mit chronischer Insomnie ist eine spezifisch dafür ausgelegte kognitive Verhaltenstherapie (CBT-I). Frauen mit erhöhtem Risiko für perimenopausale Insomnie können außerdem von präventiven Maßnahmen profitieren, z. B. von einer guten Schlafhygiene und viel körperlicher Bewegung, die bekanntlich einen erholsamen Schlaf fördert.

Quelle:

Baker FC et al.: Sleep problems during the meno ... Nat Sci Sleep 2018; 10: 73-95

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