Mit Brokkoli gegen Krebs | Praxis-Depesche 1-2/2020

Krebsrisiko durch Schadstoffe senken

Inhaltsstoffe von Brokkoli helfen dem Körper, krebserregende Schadstoffe auszuscheiden. Das könnte eine Strategie sein, mit unvermeidbaren Schadstoffexpositionen umzugehen.
Es gibt robuste Evidenz dafür, dass Brokkoli positive Effekte auf die Gesundheit hat. Viele dieser Effekte werden von Sulforaphan verursacht, das in der Pflanze als Precursor (Glucoraphanin) vorliegt. Der Precursor wird durch das Enzym Myrosinase im Mikrobiom oder dem Pflanzengewebe in den Wirkstoff umgewandelt. Dieser Review fasst das aktuelle Wissen über Formulierungen, Bioverfügbarkeit, Wirksamkeit und Dosierung von Glucoraphanin oder Sulforaphan zusammen.
Sulforaphan wird schnell aufgenommen und ausgeschieden, davon 70 bis 90 % über den Urin. Diese Werte unterscheiden sich individuell nur leicht. Glucoraphanin hingegen wird langsam und mit großen individuellen Unterschieden in den Wirkstoff umgewandelt; nur etwa 2 bis 15 % der Dosis werden mit dem Urin ausgeschieden. Weil Sulforaphan instabil ist, wurden stabilisierte Sulforaphan-Präparate und Glucorophanin-Präparate mit Myrosinase entwickelt.
Auf Brokkoli basierende glucoraphanin/sulforaphanreiche Zubereitungen erhöhen die Ausscheidung von potenziell karzinogenen Nahrungsmittel- und Luftverunreinigungen und könnten eine attraktive Strategie sein, das Krebsrisiko durch unvermeidbare Expositionen populationsweit zu senken.
Eine Cross-Over Studie mit 50 Teilnehmern in China zeigte, dass nach dem Konsum von glucoraphanin- oder sulforaphanreichen Getränken aus Brokkoli die Ausscheidung von Gluthation-Konjugaten der Luftschadstoffe Benzen und Acrolin signifikant um 20 bis 50 % anstieg. In einer placebokontrollierten randomisierten klinischen Studie mit 219 Teilnehmern erhöhte der Konsum von glucoraphanin- (600 mol) oder sulforaphanreichen (40 mol) Getränken aus Brokkoli die Exkretion von Benzen um 61 % und von Acrolein um 23 %. Eine weitere randomisierte klinische Studie ergab, dass eine Therapie, bei der täglich 25 mol Sulforaphanmetabolite ausgeschieden werden, die Entgiftung von Benzen verbessert.
In anderen Studien beeinflusste brokkolireiche Ernährung das PCa-Risiko in einer Hochrisiko-Population und viele andere Faktoren, wie den LDL-c-Spiegel, Blutglucose und Festtsäureoxidation. Neben vielen anderen Erkrankungen, wie Arthritis, COPD, Asthma und atopischen allergischen Reaktionen wird eine Wirkung von Sulforaphan auf Brustkrebs, Lungen-Ca, Magenkrebs, Kolorektalkarzinom, Prostatakarzinom, Hautkrebs, Tumoren des Kopf-Hals-Bereichs und Leberkrebs diskutiert. MR
Quelle: Yagishita Y et al.: Broccoli or sulforaphane: Is it the source or dose that matters? Molecules 2019; 24, 3593; doi:10.3390/molecules24193593

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