Diabetische Nephropathie | Praxis-Depesche 7/2016

Kontrollen auf Proteinurie kommen zu kurz

Typ-2-Diabetikern droht eine progrediente Verschlechterung der Nierenfunktion. Um diesen Prozess im Griff zu behalten, wird in Leitlinien die wiederholte Messung auf Proteinurie empfohlen.

Gemäß Guideline des britischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE) sollte auf Protein oder Albumin im Urin mindes tens einmal jährlich kontrolliert werden. Bei abnormem Ausfall des Albumin- Kreatinin-Verhältnisses sollte innerhalb von drei bis vier Monaten nachuntersucht werden. Inwieweit diese Vorgaben eingehalten werden, untersuchte eine Arbeitsgruppe aus Takeda Entwicklungszentren in den USA und dem UK anhand der Daten des britischen Clinical Practice Research Datalink.
Unter den eingeschlossenen 65 790 Typ-2- Diabetikern (mittleres Alter 63 Jahre, zu 57,5% Männer, mittleres Follow-up 41 Monate) wurde bei 75,6% mindestens ein Proteinurie- Test im ers ten Jahr nach Beginn einer antidiabetischen Medikation und bei 90,3% irgendwann innerhalb des Beobachtungszeitraums durchgeführt. Die Häufigkeit der Tests nahm mit der Zeit seit Beginn der Therapie und mit der Zahl der Therapiemodifikationen ab. Sie war positiv mit dem Alter, männlichem Geschlecht, früherem Rauchen und Hypertonie in der Anamnese assoziiert. Bei 12,3% der Patienten war der erste dieser Tests positiv.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die NICE-Empfehlungen nur unzureichend befolgt werden. WE
Quelle:

Liang H et al.: Monitoring for proteinuria ... BMJ Open Diab Res Care. 2015; 3(1): e000071

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