Dunkelheit verändert Schlafverhalten | Naturmedizin 6/2019

Junge Stadtmenschen bekommen im Winter zu wenig Licht

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) vermeldet: Die Veränderungen beim Schlaf gesunder junger Probanden durch die niedrigen Beleuchtungsstärken ähneln den Veränderungen von Schlaf bei depressiven Patienten.
Junge Erwachsene in städtischen Umgebungen scheinen im Winter zu geringen Beleuchtungsstärken ausgesetzt zu sein. Zu diesem Schluss kam eine Studie, die die Intensität und zeitliche Verteilung der wiederkehrenden Lichteinwirkung am Auge tagsüber gemessen und deren Zusammenhänge mit der nächtlichen Schlafstruktur untersucht hat. Diese und weitere Ergebnisse waren Thema bei der 27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) vom 7. bis zum 9. November 2019 in Hamburg.
Licht und Dunkelheit sind die wichtigsten Zeitgeber für das zirkadiane System und beeinflussen damit den Schlaf-Wach-Zyklus. In industrialisierten Gesellschaften wie der unseren ist die Tageslichteinwirkung vermindert. Die Probanden der Studie waren im Durchschnitt sehr geringen Beleuchtungsstärken ausgesetzt: Für 32 % des Tages waren es weniger als 20 lx (nach 14 Uhr sogar mehr als 50 % der Zeit) und für 85 % weniger als 200 lx. Sie verbrachten insgesamt nur 36 Minuten der Zeit in Beleuchtungsstärken von mehr als 500 lx. Die Beleuchtungsstärken hatten eine starke Wechselwirkung auf den nachfolgenden Schlaf. Je niedriger die Beleuchtungsstärke am ganzen Tag, desto kürzer war die Dauer zwischen der Einschlafphase und dem Traumschlaf (REMSchlaf) in der Nacht. Eine geringere Beleuchtungsstärke am Mittag (12-15 Uhr) war assoziiert mit mehr REM-Schlaf am Anfang, und der Tiefschlaf war auf spätere Schlafzeiten verschoben.
Quelle: Pressegespräch der DGSM-Jahrestagung/ Pressemitteilung der Romy Held Pressestelle

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