Totes Tier, toller Mensch | Naturmedizin 4/2018

Fleischverzehr vermittelt Machtgefühl

In Haushalten mit geringem Einkommen wird statistisch mehr rohes und verarbeitetes Fleisch konsumiert als bei Besserverdienenden. Forschungsergebnisse aus Australien legen nahe, dass es eine Verbindung zwischen der Wahrnehmung des eigenen sozio-ökonomischen Status und dem Fleischkonsum gibt.
Das Verständnis der psychologischen Hintergründe könnte helfen, den Fleischkonsum der Gesellschaft zu beeinflussen, denn: Der Verzehr von Fleisch ist ein Symbol von Macht und Status. Menschen, die ihren sozio-ökonomischen Status gering einstufen, bevorzugen es, Fleisch zu konsumieren, und essen aufgrund dieser Selbstwahrnehmung sogar mehr davon. Dies belegen nun aktuelle Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern der Monash University und der University of Technology Sydney (UTS). Mithilfe einer Reihe von Experimenten waren die Wissenschaftler in der Lage zu zeigen, dass es eher der Wunsch nach Status, anstatt anderer Variablen wie Hunger oder möglicher ernährungsbedingter Vorteile war, der die Fleischpräferenz bedingte.
Die verschiedenen Experimente und Erhebungen zeigten dies eindrücklich. Die Wissenschaftler mutmaßen, dass man die Konsumenten dazu bewegen kann, sich einem höheren oder niedrigeren sozioökonomischen Status angehörig zu fühlen und somit das Ausmaß des Fleischkonsums beeinflussen zu können. Die Nahrungsmittelindustrie weiß das aber vermutlich schon länger.

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