Kleine Pilotstudie mit Vorschulkindern | Naturmedizin 4/2018

Zuckerbrause und Rotznase

Es ist bekannt, dass bei Erwachsenen ein hoher Zuckerkonsum mit vielen chronisch entzündlichen Erkrankungen in Zusammenhang steht. Aber wirkt sich Zucker auch negativ auf bestimmte Erkrankungen von Kindern aus, wie z. B. den chronischen Schnupfen?
Gezuckerte Getränke sind eine relevante Gefahr für die Gesundheit, ihr Konsum hat sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter verbreitet. Auch Kinder übersteigen, häufig durch das Trinken von Limo & Co., die empfohlenen Grenzwerte. Adipositas und Diabetes Typ 2 sind die bekannten Resultate, aber darüber hinaus kann ein hoher Zuckerverzehr auch andere chronische Erkrankungen begünstigen. Wissenschaftler der University of Central Florida in Orlando, USA, wollten wissen, ob sich eine Reduktion der gezuckerten Getränke auf eine chronische Rhinorrhoe bei Kindern auswirken könnte, und starteten einen Pilotversuch mit 17 Teilnehmern. Die Versuchsgruppe stellten Kinder im Vorschulalter mit chronisch nasaler Kongestion oder Rhinorrhö mit täglich auftretenden Symptomen seit mindestens drei Monaten, die Kinder der Vergleichsgruppe waren gesund. Zu Beginn wurden die Beschwerden der Versuchsgruppenkinder mittels Fragebogen ermittelt. Allen Kindern wurde Blut abgenommen, die Werte für Serumlipide und proinflammatorische Zytokine wurden erhoben. Dann erhielten beide Gruppen eine Beratung zur Reduzierung des Konsums von gezuckerten Getränken. In den folgenden zwei Wochen führten die Kinder ein Ernährungstagebuch, um die Zuckeraufnahme zu dokumentieren. Die Kinder der Versuchsgruppe reduzierten den täglichen Konsum um 46%, die der Kontrollgruppe um 11%. Danach wurden erneut die Blutwerte erhoben. Die Kinder mit chronischem Schnupfen profitierten von der geringeren Zuckeraufnahme: Proinflammatorische Marker wie TNF-a, IL-1b und IL-6 zeigten sich nach nur zwei Wochen signifikant reduziert, und die Spiegel antiinflammatorischer Marker stiegen an (IL-5, IL-10). Die Ergebnisse rechtfertigen weitere Untersuchungen, so die Autorinnen.
Quelle: Sawani A et al.: Limiting dietary sugar improves ... Journ. Med. Food 2018; dio: 10.1089/ jmf.2017.0126

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