Orthomolekulare Medizin | Naturmedizin 4/2018

Vitamin-B12- und Folsäuremangel in Irland weitverbreitet

Eine große Bevölkerungsstudie in Irland hat ergeben, dass eine besorgniserregende Anzahl von Erwachsenen im Alter von 50 Jahren und älter Vitamin-B-12- und Folsäuremängel aufweist, die langfristig der Gesundheit nicht zuträglich sind.
Forscher einer irischen Langzeitstudie zum Altern (Irish Longitudinal Study on Ageing, TILDA), durchgeführt am Trinity College in Dublin, haben die medizinischen Informationen von 5.290 Erwachsenen aus Irland im Alter von 50 Jahren analysiert.
Ihr Ergebnis: Jeder achte Erwachsene über 50 Jahren hat einen zu niedrigen Vitamin- B12-Spiegel und jeder siebte einen Mangel an Folsäure.
In Prozenten: 12% sind von einem Vitamin- B12-Mangel (148 bis 185 pmol/l) betroffen, 15% von einem Folsäuremangel (6 bis 10 nmol/l).
Die Prävalenz von inadäquaten Folatspiegeln steigt mit dem Alter. Während bei den 50- bis 60-jährigen irischen Einwohnern 14% betroffen sind, sind es bei den über 80-jährigen schon 23%. Besonders Menschen, die Metformin einnehmen, und Raucher sind von Mängeln betroffen.
Die bisherigen politischen Bemühungen in Irland beschränken sich auf Aufklärung über gesunde Ernährung. Bei solch einer Ernährung wäre es möglich, die erforderliche Menge über die Nahrung aufzunehmen. Dies scheint aber den allermeisten Iren nicht zu gelingen. Auch nicht bedacht sind hier mögliche Medikamentenwechselwirkungen und die altersbedingten Veränderungen im Magen-Darm-Trakt, die die Bioverfügbarkeit enorm herabsetzen. Nur wenige Iren substituieren Vitamn B12 oder Folsäure als Nahrungsergänzungsmittel. Über nationale Maßnahmen einer Anreicherung von Lebensmitteln mit den Stoffen wird diskutiert.
Ein Mangel an Vitamin B12 und Folsäure kann mit Anämie und Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gewichtsverlust und Gedächtnisstörungen einhergehen und sich auch auf die psychische Gesundheit negativ auswirken.
Folsäure und Vitamin B12 sind entscheidende Stoffe für die neurologische Gesundheit, für das Blut und für die Reparatur der DNA. Die Autoren fordern, gezielte Maßnahmen in Angriff zu nehmen.
Quelle: Laird EJ et al.: Voluntary fortification is ineffective ... British Journal of Nutrition 2018; 120; 111-120

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