Versorgungslücke in Indien und China | Naturmedizin 2/2018

Traditionelle Medizin bei psychischen Erkrankungen

Indien und China stehen vor einer großen Herausforderung: Es gibt zu wenig ausgebildetes Fachpersonal, um den Bedarf an psychologischen Therapien zu decken. Um diese Lücke zu schließen, empfehlen Wissenschaftler aus beiden Ländern die Kombination traditioneller, alternativer und komplementärer Ansätze mit schulmedizinischer Versorgung.
Wie wirksam sind traditionelle / alternative Methoden, wie können sie beforscht und in das öffentliche Gesundheitssystem integriert werden? Um diesen Fragen nachzugehen, wählten die Autoren des Lancet verschiedene Methoden aus und überprüften dazu vorhandene Studien. Innerhalb der chinesischen Medizintradition wurden Akupunktur, Moxibustion, Massage, Qigong und Tai-Chi betrachtet. Für Indien wählten die Autoren Ayurveda, Yoga, Naturheilkunde, Unani, Siddha, Sowa-Rigpa sowie die Homöopathie aus. Mehr als die Hälfte der 75 ausgewerteten Studien postulierten positive Effekte der traditionellen Methoden bei psychischen Erkrankungen. Allerdings genügten diese Studien nicht dem wissenschaftlichen Qualitätsanspruch.
Doch der gegenwärtige, evidenzbasierte Standard der Verwendung von randomisierten kontrollierten Studien scheint im Rahmen der traditionellen / komplementären Medizin nicht anwendbar zu sein. Geeigneter zur weiteren Beforschung seien u.a. pragmatische Studien, Beobachtungsstudien und Präferenzstudien, so eine Schlussfolgerung der Autoren. Die Entwicklung öffentlicher Gesundheitskonzepte mit Einbeziehung der traditionellen Methoden sehen die Wissenschaftler als zukunftsfähige Lösung zur Versorgung psychisch erkrankter Menschen in Indien und China.
Quelle: Thirthalli J et al.: Traditional, complementary ... Lancet Psychiatry 2016; 3: 660-72

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