Praxistipp

Praxis-Depesche 4/2020

Testosteronmangel substituieren?

Wenn junge Männer eine Krebserkrankung überstanden haben, haben sie danach zum Teil therapiebedingt zu niedrige Testosteronspiegel. Ob in diesen Fällen eine Testosterontherapie den Mangel beheben kann, wurde nun randomisiert untersucht.
136 Männer im Alter zwischen 25 und 50 Jahren, die eine Hodenkrebserkrankung, ein Lymphom oder eine Leukämie überstanden hatten und zu niedrige Testosteronwerte aufwiesen (7 - 12 nmol/l), wurden randomisiert. Sie erhielten entweder täglich Testosteron- Gel 2 % oder Placebo für 26 Wochen. Nach zwei Wochen erfolgte eine Dosistitration.
Die Testosterontherapie wurde insgesamt gut vertragen. Alle Werte der Körperstatur verbesserten sich unter der topischen Testosterontherapie im Vergleich zu Placebo signifikant: Abnahme des Stammfettes um -0,9 kg, Abnahme der gesamten Fettmasse um -1,8 kg und Zunahme der fettfreien Körpermasse um +1,5 kg (alle mind. p<0,01). Einen signifikanten Einfluss auf die Lebensqualitäts-Scores hatte die Therapie allerdings nicht.
Die Autoren geben auch zu bedenken, dass der Untersuchungszeitraum von 26 Wochen möglicherweise zu kurz war. Zudem wurden lediglich Patienten mit drei unterschiedlichen Krebsarten eingeschlossen. Und last not least wurden keine „harten“ Endpunkte wie zum Beispiel kardiovaskuläre Ereignisse ausgewertet. CB
Quelle: Walsh JS et al.: Testosterone replacement in young male cancer survivors: A 6-month double-blind randomised placebo-controlled trial. PLoS Med 2019; 16: e1002960
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