Forschungsdesign verbessern | Naturmedizin 1/2018

Tai Chi: Unterschiede berücksichtigen

Tai Chi und sein Einsatz bei verschiedenen Erkrankungen ist Gegenstand vieler wissenschaftlicher Publikationen. Doch hapert es bei vielen dieser Studien an Genauigkeit.
Die vier Hauptschulen bzw. Stile des Tai Chi Chuan (kurz: Tai Chi) sind Chen, Yang, Sun und Wu, die Form bezieht sich auf die Anzahl der Bewegungen, die die Choreografie einer Intervention ausmachen. Eine einfachere Kategorisierung ist Kampfsport, Sport und Therapie. Aber diese Unterschiede würden in den meisten bisher veröffentlichten Studien nicht ausreichend beachtet, so die Feststellung der Autoren, die 96 systemische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen überprüften. Lediglich 46 der Studien gaben Informationen über Stil und Form des verwendeten Tai Chi an. Die darin am häufigsten verwendete Tai-Chi-Art war die der Kategorie Sport, während therapeutische Formen in sehr geringer Anzahl vorkamen. Deshalb gehen die Autoren der Überprüfung davon aus, dass die berichteten positiven Auswirkungen des Tai Chi auf verschiedene Pathologien eher dem allgemeinen Nutzen der sportlichen Aktivität zugeschrieben werden können. Denn jede mit Tai Chi assoziierte Therapie erfordert einen spezifischen und differenzierten Forschungsrahmen, um die tatsächlichen Vorteile und Potenziale verstehen zu können. Um das Schattenboxen mit möglichst hohem therapeutischem Nutzen in das Gesundheitswesen zu integrieren, müsste die Unterscheidung der verschiedenen Tai-Chi- Formen definiert und beachtet werden.

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