Ein Erdalkalimetall mit Anspruch | Naturmedizin 3/2020

Stress lass nach!

Auch wenn die Versorgungssituation in Deutschland an sich gut ist, sind fast ein Drittel der Frauen und Männer und sogar fast die Hälfte der Jugendlichen unterversorgt.
Ein erhöhter Magnesiumbedarf ist bei außergewöhnlichen Belastungen wie Stress, Sport, Schwangerschaft und Stillzeit gegeben. Die Resorption von Magnesium sinkt bei Laxanzienabusus, Zöliakie oder chronischen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa). Die renale Ausscheidung von Magnesium ist bei Alkoholmissbrauch sowie bei Einnahme von Diuretika, Immunsuppressiva oder Herzglykosiden gesteigert. Ein Magnesiummangel zeigt sich im Bereich des ZNS und der Muskulatur in nervösen Störungen wie Zittern, Kribbeln, Taubheitsgefühl, Unruhe, Schwindel oder Neigung zu Muskelkrämpfen. Des Weiteren kann ein Mangel zu Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen oder Tachykardie, Obstipation und zu vorzeitigen Wehen führen. In Studien zeigte sich, dass Personen, die dauerhaftem Stress ausgesetzt sind, vergleichsweise niedrige Magnesiumserumspiegel aufweisen.
 
Funktion
Magnesium ist ein wichtiger Cofaktor von 300 Enzymen und katalysiert ATP-abhängige Enzymsysteme. Damit ist es am Energiestoffwechsel der Zellen und somit also an der Verwertung von Kohlenhydraten, Lipiden und Proteinen beteiligt. Als Calciumantagonist hemmt Magnesium calciumabhängige Erregungsvorgänge im Körper und moduliert somit die neuromuskuläre Reizweiterleitung und die Muskelkontraktion. Eine große Bedeutung hat Magnesium auch für den Herzmuskel, denn Änderungen im Magnesiumhaushalt beeinflussen den Gefäßmuskeltonus und damit auch den arteriellen Blutdruck. Auch ist es an der Mineralisation und am Wachstum des Knochens beteiligt.
 
Vorkommen
Das Erdalkalimetall ist in den meisten Nahrungsmitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft enthalten – allerdings in schwankender Konzentration. Einen hohen Gehalt enthalten Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte sowie Nüsse und Samen. Eher geringe Gehalte weisen Obst und Gemüse, Milch- und Fleischprodukte auf. Die Bioverfügbarkeit wird bei einem erhöhten Verzehr von Fetten und Proteinen oder durch phosphathaltige Getränke (z.B. Cola), Oxalat, Phytat oder Zink, vermindert.
 
Dosierung
Einfluss auf den exakten Bedarf an Magnesium haben verschiedene Faktoren wie Alkoholkonsum, Stress, Schwangerschaft, Ernährung oder Gesundheitszustand. Die DGE empfiehlt bei Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 350 mg für Männer und 300 mg für Frauen, in der Schwangerschaft 310 mg, in der Stillzeit liegt der tägliche Bedarf sogar bei 390 mg. Bioverfügbarkeit: anorganische Magnesiumsalze wie -carbonat, -oxid oder -sulfat sind nicht wasserlöslich. Geeigneter sind organische Verbindungen wie Mg-citrat, -malat, -taurat, -chlorid,- aspartat oder -gluconat.

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