Alkoholbedingte Pathologien | Naturmedizin 1/2019

Orale Dysbiose durch Alkoholkonsum

Dauerhafter Alkoholkonsum ist ein starker exogener Störfaktor für das orale Mikrobiom. Die alkoholbedingte orale Dysbiose kann neben Parodontitis und anderen Störungen möglicherweise sogar zu onkologischen Erkrankungen des Mund- und Rachenraumes und des gesamten Verdauungstraktes führen.

Es haben bereits mehrere Studien auf die Auswirkungen von Alkohol auf die orale Bakterienbesiedelung aufmerksam gemacht. Nun beschäftigte sich eine große, bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie mit 1.044 erwachsenen Amerikanern damit. Die Teilnehmer wurden in „Nichttrinker“ (25,9 %), „mittelmäßige Trinker“ (58,8 %) und „starke Trinker“ (15,3 %) eingeteilt. Auch die bevorzugte Alkoholart (Schnaps, Bier, Wein) wurde erhoben. Von den trinkenden Teilnehmern waren 13 % Weintrinker, 5 % tranken nur Bier und 3,4 % tranken Schnaps.
Aus Speichelproben der Teilnehmer wurden DNA-Proben genommen und untersucht: Die Mikrobiota und das Gesamtprofil der Bakterien unterschieden sich zwischen starken Trinkern und Nichttrinkern. Der Alkoholkonsum verändert die orale bakterielle Zusammensetzung und das Verhältnis der Gattungen zueinander. Gesundheitsfördernde Bakterien werden zunehmende durch pathogene Bakterien verdrängt. Der Alkoholkonsum fördert auch die Etablierung von Bakterien, die Acetaldehyd produzieren. Dieser Stoff gilt als Humankarzinogen der Gruppe 1 nach WHO. Die toxische, mutagene und karzinogene Wirkung von Acetaldehyd wurde in Zell- und Tierstudien nachgewiesen. Die identifizierten Taxa können weiter untersucht werden, um ihre potenzielle Beziehung zum zugrunde liegenden Mundgesundheitsstatus zu und ihre mögliche Rolle in Bezug auf alkoholbedingte Gesundheitsfolgen aufzuklären.
Quelle:

Fan X et al.: Drinking alcohol is associated with variation ... Microbiome 2018; 6:59 Epub: doi. org/10.1186/s40168-018-0448-x

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