Risikofaktor Alter | Naturmedizin 4/2019

Mehr alte Menschen mit Krebs

Die Krebsregisterdaten des Robert-Koch- Instituts (RKI) zeigen, dass zwei Drittel aller Krebserkrankungen Frauen und Männer über 65 Jahren betreffen. Damit gilt das Lebensalter als wichtigster Risikofaktor für Krebserkrankungen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startete dieses Jahr die Nationale Dekade gegen Krebs.
Die Nationale Dekade gegen Krebs vom BMBF hat eine verbesserte Primär- und Sekundärprävention von Krebs zum Ziel. Um die Krebsfrüherkennung weiterzuentwickeln, sollen dabei unter anderem die informierte Inanspruchnahme von GKVKrebsfrüherkennungsprogrammen gesteigert werden, aber auch die Programme hinsichtlich ihres Nutzens (vor allem zur Mortalitätssenkung) evaluiert werden – unter Einbindung der epidemiologischen Landeskrebsregister.
Fraglich ist allerdings, ob Koloskopien und andere Formen des Krebsscreenings auch noch über einem Alter von 75 Jahren sinnvoll sind.
Letsch verwies auf eine Simulationsstudie, bei der eine Fortsetzung des Darmkrebsscreenings nach weiteren zehn Jahren (also im Alter von 85 und 95 Jahren) bei vorher unauffälliger Untersuchung lediglich 0,3 Sterbefälle auf je 1.000 Patienten verhinderte.
Auch für andere Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung würden mehr epidemiologische Daten gebraucht, um deren Nutzen für Über-75-Jährige zu belegen.
Quelle: Alter ist der wichtigste Risikofaktor für Krebs – aber bis zu welchem Lebensjahr macht die Früherkennung Sinn? - Medscape - 2019

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