Bewegung als Medizin | Naturmedizin 4/2018

Körperliche Fitness und intestinales Mikrobiom stehen in Zusammenhang

Dass körperliche Betätigung und die intestinale Mikroflora sich beeinflussen können, darauf deuteten bislang nur Tierversuche hin. Nun liegt eine erste Humanstudie vor, die den Zusammenhang bei jungen, gesunden Erwachsenen untersuchte.
Es vergeht momentan keine Woche ohne neue Studienergebnisse zum intestinalen Mikrobiom.
Durk und Kollegen untersuchten die Herz-Kreislauf-Fitness mittels VO2max-Messung (maximale Sauerstoffaufnahme) von 20 Männern und 18 Frauen mit einem Laufbandtest. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 25 Jahre alt, gesund und hatten in den letzten sechs Monaten keine Antibiotika eingenommen. Die Körperfettzusammensetzung wurde vorab bestimmt, außerdem führten die Teilnehmer sieben Tage lang ein Ernährungstagebuch. Bei den untersuchten Stuhlproben konzentrierten sich die Wissenschaftler besonders auf das Verhältnis von Firmicutes und Bacteroides. Ein Ungleichgewicht im Verhältnis dieser beiden Bakterienklassen wird u. a. mit dem Reizdarmsyndrom in Verbindung gebracht. Diejenigen mit den besten VO2max-Ergebnissen, also der besten kardiorespiratorischen Fitness, hatten auch das beste Firmicutes- Bacteroides-Verhältnis im Darm. Die Ergebnisse waren signifikant.
Dies unterstützt die Annahme vorangegangener Untersuchungen, dass Sport eine Zunahme von Firmicutes fördern könnte. Auf jeden Fall, betonen die Autoren der Studie, gibt es einen Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und dem intestinalen Mikrobiom.
Kein Zusammenhang wurde in dieser Studie bezüglich der Körperfettzusammensetzung, dem BMI und dem Firmicutes-Bacteroides- Verhältnis festgestellt, wobei dies auch daran liegen könnte, dass nur schlanke, gesunde Probanden untersucht wurden.
Quelle: Durk RP et al.: Gut microbiota ist related ... Int Journ Sport Nutr Exerc Metab 2018; doi: org/10.1123/ijsnem.2018-0024

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