Pollenflug und Heuschnupfen

Naturmedizin 2/2019

Homöopathie bei allergischer Rhinitis

Die Pollinosis, bei Patienten besser bekannt als Heuschnupfen, beginnt meist im frühen Kindesalter und kann über viele Lebensjahrzehnte die Lebensqualität, zumindest saisonal, negativ beeinflussen. Die entzündliche Schleimhautreaktion durch Allergenkontakt ist die häufigste immunologische Erkrankung in Europa.

Neben konventionellen Therapiemethoden mit Antiallergika und Hypo- bzw. Desensibilisierung wünschen auch immer mehr Betroffene alternative Behandlungsmöglichkeiten. Zu Homöopathie bei Heuschnupfen liegen einige interessante Studienergebnisse vor. Jedoch liegt einer homöopathischen Behandlung immer ein hoch individuelles und komplexes Vorgehen zugrunde. Aber trotzdem gibt es einige bewährte Arzneien, die sich besonders empfehlen.
 
Allium cepa
 
Die Küchenzwiebel in homöopathischer Form ist indiziert, wenn sich das Nasensekret scharf anfühlt und die Tränen reichlich fließen. Auch eine Besserung der Symptome an frischer Luft deutet auf All-c. hin. Das Mittel eignet sich, wenn Nase, Augen, Konjunktiven und Kehlkopf betroffen sind, wenn häufiges Niesen auftritt und der Tränenfluss stärker ist als ein möglicher Husten.
 
Apis mellifica
 
Dieses Mittel, hergestellt aus dem Gift der Honigbiene, wird homöopathisch wie ein Antiphlogistikum eingesetzt, das besonders auf Haut und Schleimhäute wirkt. Patienten, für die Apis infrage kommt, zeigen rote, geschwollene Augenlider, brennende und tränende Augen, Lichtempfindlichkeit, geschwollene Nasenschleimhäute und eine behinderte Nasenatmung. Das Gesicht fühlt sich geschwollen an. Bei akuten Beschwerden können 5 Apis mellifica-D6-Globuli 4- bis 6-mal täglich empfohlen werden.
 
Euphrasia officinalis
 
Der Augentrost eignet sich bei Beschwerden, die viele Tränen und milden Fließschnupfen umfassen. Die Augen brennen und sind lichtscheu. Das Mittel ist indiziert, wenn die Beschwerden abends und nachts und durch Licht und Wind schlimmer werden.
 
Galphimia glauca
 
Dieses Mittel könnte man auch als homöopathisches Antihistaminikum bezeichnen. Eine Reihe von Studien aus den 1980er-Jahren zeigte signifikante Wirksamkeit, vier von fünf Patienten profitierten von einer Behandlung mit Galphimia glauca. Typische Leitsymptome des Mittels sind: tränende und juckende Augen, Fließschnupfen, Niesen und erschwerte Atmung bei Pollenflug. Dieses Mittel kann generell jedem Heuschnupfenpatienten empfohlen werden. Das Einnahmeschema bei akuten Beschwerden: Galphimia D6: 4- bis 6-mal täglich 5 Globuli, bei Besserung reduzieren auf 2- bis 3-mal täglich.
Auch zur Prophylaxe dient das Mittel. Dazu sollten acht Wochen vor Beginn der Pollensaison 1-mal täglich 5 Globuli in der D12 eingenommen werden.
 
Kalium phosphoricum
 
Patienten, für die Kalium phosphoricum geeignet ist, zeigen eine Symptomatik mit fauligem, gelbem Sekret, Schweiß im Gesicht und depressiver Erschöpfung. Die Augen schwimmen in Tränen, sie niesen heftig und haben viel Durst auf kaltes Wasser. Trockene Luft, Essen, Kälte und Aufregung verschlimmert die Symptome, Ruhe, Schlaf und Wärme tun gut.
 
Luffa operculata
 
Dieses Mittel kann helfen, wenn ein Stockschnupfen mit trockenen Schleimhäuten, Krusten in der Nase und Stirnkopfschmerzen vorherrscht und die Beschwerden im Freien besser werden. Betroffen sind die Nase, die Nebenhöhlen und die Augen. Lichtempfindlichkeit, Brennen der Zungenspitze und asthmatische Beschwerden können auch auftreten.
 
Autorin Elisa Gebhardt
ICD-Codes: J30.4
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