Schlaganfälle bei Vorhofflimmern | Naturmedizin 9/2018

Hohes Risiko trotz Rhythmuskontrolle

Patienten mit einem Vorhofflimmern (VHF) haben sowohl nach Spontankonversion zum Sinusrhythmus als auch nach erfolgreicher Kardioversion ein erhöhtes Risiko für ein Rezidiv der Herzrhythmusstörung. Wie häufig muss bei diesen Patienten mit zerebralen Ischämien gerechnet werden und profitieren sie von einer Antikoagulation?

Britische Forscher analysierten die Daten von mehr als 11 000 Erwachsenen mit erfolgreich behandeltem Vorhofflimmern. Verglichen wurden ihre Daten mit jenen von 15 000 Patienten mit anhaltendem VHF sowie 22 000 gesunden Kontrollen. Keiner der Studienteilnehmer hatte in der Vergangenheit einen Schlaganfall oder eine transiente Ischämie (TIA) erlitten.
Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von rund drei Jahren war die Inzidenzrate ischämischer zerebraler Ereignisse bei den als geheilt geltenden VHF-Patienten um 24% geringer als bei denjenigen mit anhaltendem VHF. Im Vergleich zu den gesunden Kontrollen wiesen sie dagegen eine um 63% höhere Schlaganfall-/TIA-Inzidenz auf. Die entsprechenden Inzidenzraten bezüglich der Sterblichkeit betrugen 0,60 bzw. 1,13. Wurden bei der Analyse diejenigen Patienten ausgeklammert, bei welchen das VHF nach erfolgreicher Rhythmuskontrolle rezidiviert war, errechnete sich im Vergleich zu den gesunden Kontrollen eine Schlaganfall-/TIA-Inzidenzrate von 1,45.
Patienten mit einem erfolgreich behandelten Vorhofflimmern haben im Vergleich zu gesunden Personen demnach ein signifikant erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall oder eine TIA zu erleiden – unabhängig von VHF-Rezidiven. Angesichts der Ergebnisse betonen die Autoren die hohe Bedeutung einer dauerhaften Antikoagulation im Anschluss an eine erfolgreiche VHF-Therapie. LO
Quelle:

Adderley NJ et al.: Risk of stroke and transient ischaemic attack ... BMJ 2018; 361:k1717. doi: 10.1136/bmj.k1717

ICD-Codes: I48,I64

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