Zuwendung, Nähe, Bedingungslosigkeit | Naturmedizin 1/2019

Haustiere gut für psychisch Kranke

Was kann Menschen mit psychischen Problemen in ihrem persönlichen Umfeld unterstützen, besser mit ihrer Krankheit umzugehen? Diese Frage wird zunehmend wichtig für das langfristige Management psychischer Krankheiten. Manchen Patienten könnte das Zusammenleben mit einem Haustier helfen, so die Ergebnisse einer Untersuchung.

Weltweit haben immer mehr Menschen mit psychischen Problemen und Erkrankungen zu kämpfen. Soziale Beziehungen, Gemeinschaften und die häusliche Umgebung sind wichtige Einflussfaktoren und sollten vermehrt in den Fokus der Behandlung bzw. des ganzheitlichen Managements psychischer Erkrankungen gerückt werden. Den Hinweisen, Haustiere könnten einen positiven Einfluss auf psychisch Kranke haben, gingen nun sieben britische Wissenschaftlerinnen nach. In ihrer systematischen Übersichtsarbeit überprüften sie 17 Studien. Dabei zeigten sich einige Mechanismen, die den Besitzern von Haustieren bei der Bewältigung ihrer psychischen Zustände halfen. Die psychisch kranken Teilnehmer der überprüften Studien empfanden die Beziehung zu ihren Tieren als primär gefühlsbetont. Die Tiere waren für sie eine konsequente und unmittelbare Quelle der Beruhigung, Unterstützung und Kameradschaft. Besonders wichtig hierbei war der Aspekt, dass die Tiere immer da waren, wenn eine Unterstützung nötig war. So wurde die Verbindung zu den Tieren nach durchlebten Krisen meist noch tiefer.
Auch zur Fähigkeit der Teilnahme am normalen gesellschaftlichen Leben konnten Haustiere etwas für ihre Besitzer beitragen. So gab den psychisch Kranken das Leben mit einem Tier Struktur und Routine, beispielsweise durch regelmäßiges Gassigehen. Außerdem stärkten Haustiere das Selbstwertgefühl ihrer Herrchen und Frauchen, da ein Tier in einer nicht wertenden Beziehung zum Menschen steht.
Die Überprüfung legt nahe, dass das Halten von Haustieren für Menschen mit psychischen Störungen eine positive Wirkung entfalten kann.
Quelle:

Brooks HL et al.: The power from support companion ... BMC Psychiatry 2018; 18.31

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