Komplementärmedizin | Naturmedizin 2/2020

Gesunde und schöne Haut von innen

Die Haut gehört zu den Organen, die direkten Kontakt zur Umwelt haben. Vielen dient sie als Visitenkarte, um ein bestimmtes Selbstbild nach außen zu transportieren. Doch gesunde und schöne Haut braucht nicht nur Pflege von außen, sondern auch zahlreiche Nährstoffe.
Umwelteinflüsse und das zunehmende Alter ziehen im Laufe des Lebens ebenso Hautveränderungen nach sich wie psychoemotionale Belastungen und Krankheiten, sodass nahezu jeder – je nach Lebensphase – unterschiedliche Bedürfnisse haben kann, die Haut mit notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Während manche Menschen gern vorbeugend aktiv werden, wollen andere bestehende Beschwerden lindern oder gar heilen. Viele Stoffe können hierzu über ihren Einfluss auf die Regeneration der Haut, Immunmodulation oder ihre antiinflammatorische Wirkung einen effffektiven Beitrag leisten. Bei der Beratung der Betroffffenen müssen jedoch Lebensstil, Ernährung und eine eventuelle Medikamenteneinnahme ebenso berücksichtigt werden wie Begleiterkrankungen, um abzuschätzen, welche Nährstoffe bereits in ausreichender Menge zugeführt werden und welche fehlen könnten. Interaktionen mit Arzneistoffen müssen ausgeschlossen werden.
 
Kraftvolle Säuren
Die Hyaluronsäure ist am Aufbau des Bindegewebes beteiligt, indem sie die Elastin- und Kollagensynthese stimuliert. Durch ihre ausgeprägte Fähigkeit, Wasser zu binden, leistet sie in der Dermis einen wichtigen Beitrag zur Befeuchtung der Haut und trägt damit zu deren Spannkraft und Elastizität bei. Ein sinkender Gehalt an Hyaluronsäure wird dementsprechend für Trockenheit und Faltenbildung mit verantwortlich gemacht. Darüber hinaus unterstützt Hyaluronsäure die Wundheilung und die Regeneration der Haut. Außerdem wirkt sie antiinflammatorisch und immunmodulierend.
Omega-3-Fettsäuren schützen nicht nur die Gefäße, regulieren das Lipidprofil und stärken die Gedächtnisleistung, sie wirken auch antiinflammatorisch und immunregulierend. Zu den möglichen Mangelsymptomen gehören unter anderem entzündliche, trockene oder atopische Erkrankungen der Haut sowie Autoimmunerkrankungen wie die Psoriasis. Omega- 3-Fettsäuren können daher beispielsweise bei Akne, Allergien, Neurodermitis oder Schuppenflechte empfohlen werden. Schwangere können das entsprechende Erkrankungsrisiko ihres ungeborenen Kindes senken, wenn sie Omega-3-Fettsäuren in ausreichender Menge zu sich nehmen.
Am einfachsten können Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischöl zugeführt werden. Bei flüssigem Fischöl sollte man darauf achten, dass die Ware frei von Schwermetallen und anderen Verunreinigungen ist. Gute Produkte riechen und schmecken angenehm. Sie können aber auch in Form von Kapseln zugeführt werden, sofern sie ausreichend hoch dosiert werden (mindestens 1–2 g reine Omega-3- Fettsäuren pro Tag).
Durch die Einnahme kann allerdings die Thrombozytenaggregation moderat herabgesetzt sein. Hieraus können sich Interaktionen mit entsprechend wirkenden Arzneistoffen ergeben. Borretschsamen oder Nachtkerzen sind pflanzliche Quellen der antiinflammatorisch und befeuchtend wirkenden γ-Linolensäure. Diese Omega- 6-Fettsäure kann die Regeneration der Haut und ihre Fähigkeit Wasser zu binden, unterstützen. Bei vielen Hauterkrankungen hat sich eine Kombination mit Omega-3-Fettsäuren bewährt (Tabelle 1). Schwarzkümmelöl verfügt zwar über einen geringeren Anteil an γ-Linolensäure, wirkt jedoch antiallergisch. Daher können Erwachsene täglich zwei Teelöffel dieses Öls bei Urtikaria und Juckreiz einnehmen.
 
Spurenelemente für die Haut
Selen ist unerlässlich für antioxidative Prozesse und daher für die Begleittherapie von Hauterkrankungen relevant, schützt aber auch vor einem vorzeitigen Altern der Haut. Allerdings kann es leicht überdosiert werden. Deshalb sollten bei einer Substitution von Selen (50 bis 200 μg pro Tag) regelmäßig die Blutwerte kontrolliert werden.
Zink ist als Bestandteil zahlreicher Enzyme von großer biologischer Bedeutung. Es kann prophylaktisch einmal im Jahr als Kur eingenommen werden, bei Hauterkrankungen auch längerfristig, wenn die Blutspiegel kontrolliert werden (rezeptfreie Tagesdosis bis 25 mg). Dabei sollte insbesondere die Versorgung mit Kupfer überprüft werden, da unter einer erhöhten Zinkzufuhr auf Dauer die Kupferaufnahme beeinträchtigt werden kann (1, 2). Im Falle einer Einnahme von Arzneistoffen, deren Resorption durch mehrwertige Kationen beeinträchtigt werden kann, sollte ein Abstand von zwei Stunden eingehalten werden.
 
Hautvitamine und -vitaminoide
Steht die Regeneration der durch UV Strahlen geschädigten Haut im Fokus, sollte man vor allem an Beta-Carotin bzw. Vitamin A sowie die Vitamine B5, B6, B7, B9, C und E denken. Die fettlöslichen Vitamine E und A (bzw. dessen Vorstufe, das Beta-Carotin) sind wichtige Radikalefänger und wirken unter anderem antioxidativ. Allerdings sollten Schwangere und Raucher kein Vitamin A nehmen. Vorsicht ist zudem bei Osteoporose geboten, die durch hohe Vitamin-A-Dosen gefördert werden kann. Unter den B-Vitaminen haben Pantothensäure (B5), Pyridoxin (B6), Biotin (B7) und Folsäure (B9) in Bezug auf die Haut einander ergänzende Funktionen im Rahmen der Regulation der Zellteilung und des Aufbaus von Bindegewebe, weswegen sie gemeinsam mit anderen Nährstoffen den Alterungsprozess der Haut verzögern und deren Regeneration unterstützen können. Vitamin C fördert wiederum die Kollagensynthese und ist somit ebenso essenziell für den Aufbau und die Reparatur der Haut. Verletzungen, UV-Schäden und eine verzögerte Wundheilung sind daher mögliche Indikationen (1, 2).
Coenzym Q10 ist Bestandteil jeder Körperzelle und unverzichtbar für die Energiegewinnung in den Mitochondrien. Zudem wirkt es antioxidativ. Mit zunehmendem Alter lässt die körpereigene Produktion allerdings nach, was sich nicht nur in der Alterung der Haut bemerkbar macht. Von einer Substitution können daher zum Beispiel auch Herz, Muskulatur und Nervensystem profitieren.
 

 

Quelle: Autorin: Sabine Ritter, Apothekerin, Heilpraktikerin Literatur bei der Autorin www.ritter-tcm.de

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