Ernährung bei Typ-2-Diabetes

Naturmedizin 1/2020

Fettsäuren beeinflussen die Mortalität

Aktuelle Ernährungs-Leitlinien zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen bei Typ-2-Diabetes raten von gesättigten Fettsäuren, Transfetten und Cholesterin eher ab und empfehlen Nahrungsmittel mit viel ungesättigten Fettsäuren – dies aber auf Basis von Daten aus der Allgemeinbevölkerung.
Der Zusammenhang zwischen Fettsäuren in der Ernährung und der kardiovaskulären sowie Gesamtsterblichkeit wurde nun bei 11.264 Typ-2-Diabetes-Patienten aus zwei prospektiven Kohortenstudien, der Nurses’ Health Study (1980-2014) und Health Professionals Follow-Up Study (1986-2014), anhand validierter, alle zwei bis vier Jahre aktualisierter Fragebögen ermittelt.
Im Verlauf des Follow-up wurden 2.502 Todesfälle, darunter 646 mit kardiovaskulärer Ursache, dokumentiert. Nach multivariater Adjustierung zeigte sich, dass die Zufuhr mehrfach ungesättigter Fettsäuren (PUFAs) im Vergleich zu Kohlenhydraten mit einer niedrigeren kardiovaskulären Sterblichkeit assoziiert war: Die Hazard Ratio für die höchste gegenüber der niedrigsten Quartile betrug 0,76 (p für Trend=0,03) für alle PUFAs, 0,69 (p=0,007) für marine Omega-3 PUFAs, 1,13 für α-Linolensäure und 0,75 für Linolsäure. Auch für die Gesamtmortalität fand sich eine inverse Assoziation mit PUFAs, marinen Omega-3 PUFAs und Linolensäure, während einfach gesättigte Fettsäuren tierischer, aber nicht pflanzlicher Quellen, mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden waren. Aus theoretischen Modellen berechnete sich, dass die Aufnahme von allen PUFAs statt anderer Fette bei isokalorischem Ersatz von 2 % der Energie gesättigter Fettsäuren mit allen PUFAs oder Linolsäure mit einer Reduktion der kardiovaskulären und Gesamtmortalität um 13 bzw. 15 % assoziiert wäre. Die Ergebnisse unterstriechen die Rolle der Ernährung und bestätigen die Empfehlungen aus den Leitlinien.
Quelle: Jiao J et al.: Dietary fats and mortality among patients with type 2 diabetes: analysis in two population based cohort studies. BMJ 2019; 366: l4009
ICD-Codes: E11.9
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