Unerforschte Weiten | Naturmedizin 4/2018

Ethnomedizin in indischem Naturschutzgebiet

Im Sathyamangalam-Wildreservat im Süden Indiens, der Heimat von Sumpfkrokodilen, Königstigern und Elefanten, leben auch menschliche Waldbewohner. Deren traditionelle Pflanzenheilkunde haben nun indische Wissenschaftler untersucht.
Die Wälder des Sathyamangalam sind bislang nur wenig erforscht. Um die traditionelle Medizin der Einheimischen besser kennenzulernen, wurden 45 eingeweihte Personen aus zehn Dörfern des Reservats befragt. Die Wissenschaftler blieben sechs bis zehn Tage und dokumentierten das Wissen der Heilkundigen und Einwohner. So konnten 78 Pflanzen aus 41 Familien und 68 Gattungen zur Behandlung von 40 verschiedenen Beschwerden erfasst werden.
Viele dieser Pflanzen sind bereits bekannt und werden von einheimischen Händlern und Kräuterkundigen verkauft. Auch liegen schon Studien zu ihren pharmakologischen Aktivitäten vor – jedoch sind die meisten Wirkungen noch nicht ausreichend belegt.
Pflanzen, die von Reservatsbewohnern für verschiedene Indikationen intensiv genutzt werden sind u. a. Andrographis alata, Aristolochia bracteolata und Bulbophyllum fusco-purpureum. All diese Phytotherapeutika sind noch nicht ausführlich untersucht, dabei scheinen sie großes Potenzial für die Entwicklung neuer Medikamente zu haben. Viele der Heilpflanzen sind in ihrem Bestand bedroht und würden durch intensivere Wildsammlungen zu medizinischen Zwecken aussterben. Deshalb sollte mit steigender Nachfrage unbedingt eine Kultivierung erfolgen.

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