Misteltherapie | Naturmedizin online 2018

Erstmalige Prüfung der Verträglichkeit intravenöser Mistelinfusionen mit Helixor® P bestätigt Sicherheit bis 2.000 mg

Die bislang erste systematische Tolerabilitäts-Prüfung intravenöser Mistelinfusionen im Rahmen einer Phase I-Studie ergab für den verwendeten Kiefernmistelextrakt eine sehr gute Verträglichkeit. 

Die subkutane Anwendung von Mistelextrakten hat sich für alle Phasen onkologischer Erkrankungen bewährt und zeigt gute Erfolge hinsichtlich einer verbesserten Lebensqualität und der Reduktion krankheits- und therapiebedingter Begleiterscheinungen.

Während die subkutane Gabe bei Langzeitbehandlungen im häuslichen Bereich verbreitet ist, werden – meist in stationären Therapiesituationen – auch Mistelinfusionen eingesetzt, wenn eine schnelle Stabilisierung des Organismus notwendig wird. Aufgrund der vielversprechenden Erfahrung in diesem Bereich sollten validierte Untersuchungen klinisch-wissenschaftliche Nachweise für die Verträglichkeit dieser hochdosierten Anwendung erbringen und im weiteren Verlauf Aufschluss darüber geben, inwieweit höhere Wirkstoffdosen auch eine schnellere und stärkere Wirksamkeit erzielen. Im ersten Schritt konnte die vorliegende Phase I-Studie die Sicherheit der Anwendungsform bestätigen.


Die an der Freiburger Universitätsklinik durchgeführte Tolerabilitäts-Studie zeigte, dass wöchentliche intravenöse Infusionen des Kiefernmistelpräparats Helixor® P* bis zur geprüften maximalen Eingangsdosierung von 2.000 mg sehr gut vertragen wurden [1].

Im Rahmen der prospektiven Dosis-Eskalationsstudie der Phase I wurden insgesamt 21 erwachsene Patienten beiderlei Geschlechts mit fortgeschrittener Krebserkrankung (12 verschiedene Tumorentitäten) zunächst in fünf Dosierungsgruppen eingeteilt. Ihnen wurde das Mistelpräparat als Infusionslösung in definierten Dosierungen von 200 mg bis maximal 2.000 mg pro Anwendung über einen Zeitraum von drei Wochen verabreicht. Drei weitere Patienten erhielten die Maximaldosierung für 9 Wochen. Zusätzlich wurden Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen (v.a. lokale Entzündungen mit oder ohne Juckreiz, Fieber, selten allergische Reaktionen) erfasst und zum Vergleich mit der üblichen subkutanen Anwendung herangezogen.


Die erwartete Korrelation zwischen einer höheren Dosierung und der Zunahme möglicher Nebenwirkungen hat sich nicht bestätigt. Selbst bei der Maximaldosis ist das Risiko bekannter Therapiereaktionen nur leicht erhöht, und es ergaben sich weder Einschränkungen bezüglich der Arzneimittelsicherheit noch Hinweise auf neue potenzielle Nebenwirkungen im Vergleich zur subkutanen Anwendung. Nur bei einem Studienpatienten kam es zu einer als dosislimitierende Toxizität eingestuften allergischen Reaktion. Demgegenüber zeigten einzelne Patienten unter den Mistelinfusionen sogar Verbesserungen von Tumormarkern bzw. eine Stabilisierung der Erkrankung.


Die von Huber et al. publizierte Studie bildet somit den Grundstein für die systematische Erforschung einer weiteren, über die zugelassene subkutane Injektion hinausgehenden Anwendungsmöglichkeit: Der Verabreichung von Mistelpräparaten als intravenöse Infusion.

 

[1] Huber R, Schlodder D, Effertz C, Rieger S, Tröger W: Safety of intravenously applied mistletoe extract - results from a phase I dose escalation study in patients with advanced cancer. BMC Complement Altern Med. 2017 Sep 18;17(1):465 (DOI: 10.1186/s12906-017-1971-1 | PMID: 28923036).

 

*Studienmedikation: Helixor® P: Wässriger Auszug aus Viscum albumsubspecies austriacum ex herba recente(Kiefernmistel). ATC-Code: L01X01 Mistelkraut. Hersteller: Helixor Heilmittel GmbH, Rosenfeld

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