Immunsystem und Allergien | Naturmedizin 1/2020

Erkältungen natürlich behandeln

Grippale Infekte und Erkältungen sind überwiegend viral induziert. Der Einsatz von Antibiotika und antipyretischen Stoffen ist deshalb nicht zielführend. Die Naturheilkunde bietet wirksame Hilfe.
Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Jedes Jahr aufs neue legen Erkältungskrankheiten und grippale Infekte viele Menschen für Tage und Wochen lahm. Natürliche Medikamente können hier große Dienste leisten und einen Beitrag zur Verkürzung der Krankheitsdauer leisten, ohne den Organismus mit Nebenwirkungen zu belasten. Im Folgenden werden Behandlungsoptionen für verschiedene Indikationen vorgestellt, die teilweise eine hohe Evidenz haben, und andere, die Erfahrungsheilkundlich eingesetzt werden.
 
Immunmodulation
Zur Prophylaxe und bei Infektanfälligkeit können immunmodulatorische Stoffe eingesetzt werden.
  • Echinacea purpurea (Purpurner Sonnenhut)
  • Artemisia absinthum (Wermut)
  • Pelargonienwurzelextrakt (Umckaloabo)
  • Cystus incanus (Zistrose)
  • Eupatorium (Wasserdost)
  • Homöopathie: Echinacea, Crotalus
  • Schüßler-Salze: Nr. 3 Ferrum Phosphoricum
  • Gemmo-Therapie: Rosa Canina
  • Orthomolekularia: Vitamin C, Vitamin D, Zink, Selen
Diaphoretika
Der Organismus muss zum Schwitzen gebracht werden, so die Empfehlung der Volksmedizin.
  • Sambucus nigra (Holunder)
  • Filipendula ulmaria (Mädesüß)
  • Tilia cordata (Winterlinde)
  • Tilia platyphyllos (Sommerlinde)
  • Jaborandi (Rutakraut)

Holunder- und Lindenblüten finden sich in vielen Erkältungsteemischungen, können aber auch einzeln als Schwitzkur verabreicht werden.

Rhinitis
Hier eignen sich verschiedene Anwendungen:
  • Inhalation mit Thymianöl, Eukalyptusöl, Kiefernöl, Pinienöl
  • Schüßler-Salze: Nr. 8 Natrium Chloratum
  • Homöopathie: Allium cepa D6 (Fließschnupfen, scharfes Sekret), Arsenicum album D12 (Fließschnupfen, wundmachendes Sekret)
  • Nasenspray zur Befeuchtung, z. B. mit Aloe vera oder Meerwasser
Sinusitis
Hier müssen sekretolytische, sekretomotorische und antiphlogistischce Heilpflanzen eingesetzt werden.
  • Präparate mit Cineol (z. B. Sinupret®, Soledum®, Gelomyrtol®)
  • Propolis (Kittharz der Honigbienen)
  • Orthomolekularia: Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C, Bioflavonoide wie Quercetin, Zink
  • Ätherische Öle (Inhalation, Auflagen): Pfefferminze, Minze, Kamille, Eukalyptus
  • Schüßler-Salze: Nr. 4, 6 Kalium Chloratum, Kalium Sulfuricum
  • Anthroposophische Zubereitungen (z. B. Sinudoron®)
Halsschmerzen
Hier steht die Reizlinderung und Befeuchtung der Schleimhäute im Vordergrund.
  • Usnes species (Bartflechte)
  • Plantago lanceolata (Spitzwegerich)
  • Cetaria islandica (Isländisch Moos)
  • Lutschtabletten mit Menthol, Honig,
  • Lutschtabletten mit Gelbildnern wie Hyaluronsäure
  • Homöopathie: Aconitum D30 (erste Anzeichen), Belladon na D30 (Heftiger Halsschmerz)
  • Schüssler-Salze: Nr. 3+9 Ferrum Phosphoricum, Natrium Phosphoricum
  • Gemmo-Therapie: Ribes nigrum
Bronchitis
Hier kommen pflanzliche Wirkstoffe zum Einsatz, die mukolytisch, sekretolytisch, bronchospasmolytisch und antiphlogistisch wirken. Gut geeignet sind Bronchialsäfte- und sirupe sowie die Gabe in Kapselform. Viel Flüssigkeitsaufnahme, am besten auch in Form von Bronchialtees, unterstützt die expektorierende und sekretolytische Wirkung optimal.
  • Hedera helix (Efeu)
  • Glycyrrhiza glabra (Süßholz)
  • Primula veris (Schlüsselblume)
  • Thymus vulgaris (Echter Thymian)
  • Plantago lanceolata (Spitzwegerich)
  • Tropaeolum majus (Kapuzinerkresse)
  • Glycyrrhiza glabra (Süßholz)
  • Eukalyptus
Weitere Therapiemöglichkeiten
  • Homöopathie: Aconitum D30 (nächtlicher Husten), Belladonna D30 (plötzlicher Beginn)
  • Schüßler-Salze: Nr. 3+4 Ferrum Phosphoricum, Kalium Chloratum
  • Gemmo-Therapie: Rosa canina (trockener Husten) Ribes nigrum (Verschleimung)
  • Orthomolekularia: Vitamin C (hochdosiert, 1.000 mg oral oder als Infusion 7,5 g), Zink, Selen
  • Ätherische Öle: Eukalyptusöl, Latschenkieferöl, Myrtol, Anisöl
Fieber
Fieber ist eine physiologische Reaktion des Organismus und wird aus naturheilkundlicher Sicht eher willkommen geheißen denn bekämpft.
  • Fiebertee schweißtreibend zu Beginn der Erkältung: Lindenblüten, Holunderblüten
  • Fiebersenkender Tee nach einigen Tagen: Mädesüßblüten, Weidenrinde
  • Homöopathie: Aconitum D30, Belladonna D30, Ferrum Phosphoricum D6
  • Schüßler-Salze: Nr. 3 (Ferrum Phosphoricum) bei erhöhter Temperatur, Nr. 5 (Kalium Phosphoricum) bei > 38,5°C
Allgemeinbefinden
Alles, was das Immunsystem unterstützt, bessert auch das Allgemeinbefinden. Vitamin-C-haltige Heilpflanzen können hier zum Einsatz kommen, genauso wie immunwirksame Nahrungsergänzungsmittel.
  • Acerolasaft, Sanddornsaft
  • Gelenkschmerzen: Schüßler-Salze Nr. 3+8 Ferrum Phosphoricum Natrium Chloratum
  • Ingwertee: 3 cm Bio-Ingwer mit Schale klein schneiden und in 1/2 Liter Wasser für 15 Minuten kochen. Leicht abkühlen lassen, Saft einer Zitrone dazugeben und nach Bedarf mit Honig süßen.
Autorin Elisa Gebhardt

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