Onkologie | Naturmedizin 5/2019

Epstein-Barr-Virus-Varianten können Krebs auslösen

Mehr als 90 % aller Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV). Meist bleibt die Infektion ein Leben lang völlig unbemerkt. Doch das Virus kann auch Krankheiten und sogar verschiedene Krebsarten auslösen.
Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) fanden nun die Ursache dafür, dass verschiedene Virusvarianten sehr variable Infektionsverläufe mit regionalen Unterschieden auslösen. Vorwiegend in Europa und Nordamerika ist das Pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) verbreitet, an dem meist Jugendliche oder junge Erwachsene erkranken. In Äquatorialafrika steht das Burkitt-Lymphom im Zusammenhang mit einer EBV-Infektion. Und in Taiwan, Südchina sowie Südostasien verursacht das Virus häufig Nasopharynxkarzinome, eine der häufigsten Tumorerkrankungen bei jungen Erwachsenen in diesen Ländern.
Für die unterschiedlichen Auswirkungen einer Infektion mit EBV sind verschiedene Virustypen verantwortlich, konnten DKFZ- Wissenschaftler nun nachweisen. Henri- Jacques Delecluse und sein Team hatten im Labor einen Virusvertreter M81 untersucht, der zuvor aus einem Nasopharynxkarzinom isoliert worden war. M81 weist einige Besonderheiten auf. Es infiziert nicht nur die B-Zellen, sondern auch die Epithelzellen der Nasenschleimhaut. Virustypen, die bei uns übergedas Pfeiffersche Drüsenfieber auslösen, infizieren dagegen fast ausschließlich B-Zellen. Und in der Kulturschale sorgen die hierzulande verbreiteten Vertreter zwar dafür, dass sich die infizierten B-Zellen vermehren, aber keine neuen Viruspartikel herstellen – ganz im Gegensatz zu M81. Dieses unterschiedliche Verhalten liegt in einem genetischen Element begründet: EBER2. M81 besitzt eine EBER 2-Variante, die sich in EBV-Vertretern aus Nasopharynxkarzinomen besonders häufig findet.
Die Wissenschaftler hoffen, dass eine Impfung gegen die krebsauslösenden EBV-Varianten entwickelt werden kann.
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums vom 09.09.2019

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