Analyse von Patientendaten in Deutschland | Naturmedizin 2/2018

Einsatz und Sicherheit anthroposophischer Arzneien

Eine Analyse von über 40 000 Patientendaten ergab: Anthroposophische Arzneimittel werden am häufigsten bei Atemwegserkrankungen, orthopädischen Beschwerden, Neoplasien und kardiovaskulären Erkrankungen eingesetzt. Und: Sie haben selten unerwünschte Nebenwirkungen, schwere Nebenwirkungen sind sehr selten.
Die Gelegenheit, die klinische Sicherheit anthroposophischer Arzneien zu evaluieren, ergab sich durch das Projekt EvaMed (Evaluation of Anthroposophic Medicine), einer deutschen prospektiven, multizentrischen Beobachtungsstudie über die Verschreibung und Sicherheit anthroposophischer Arzneien bei niedergelassenen Ärzten. Es nahmen 38 Mediziner teil, davon 21 Hausärzte, neun Kinderärzte, vier Internisten und vier weitere Fachärzte, die Dokumentationsperiode betrug zehn Jahre (2001–2010).
44 662 Patienten mit insgesamt 717 545 Rezepten erfüllten alle Eignungskriterien und wurden in die Analyse einbezogen. Dies ist die bisher größte Analyse zur Sicherheit anthroposophischer Arzneimittel in einer prospektiven Patientenkohorte: 311 731 Ver- ordnungen wurden im Mittel 27 Monate nachbeobachtet. Außerdem wurde erfasst, welche Arzneien am häufigsten und wofür eingesetzt wurden.
Am häufigsten wurden anthroposophische Arzneien bei Erwachsenen bei muskuloskelettalen Erkrankungen (11,6 %) und Atemwegserkrankungen (11,6 %) eingesetzt, gefolgt von Neoplasmen (11 %) und kardiovaskulären Erkrankungen (10,3 %). Bei Kindern von 0 bis 17 Jahren galten 32,4 % der auswertbaren Verschreibungen Atemwegserkrankungen und 9,9 % infektiösen und parasitären Erkrankungen.
Quelle: Hamre H J et al.: Use and Safety of Anthroposophic Medicinal Products … Drugs – Real World Outcomes 2017; 4: 199–213

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