Natürliche Familienplanung | Naturmedizin 2/2019

Doppelte Kontrolle schützt besser

Wie schützen verschiedene Methoden zur natürlichen Familienplanung vor einer ungewollten Schwangerschaft? Diese Frage versuchten US-amerikanische Autoren mittels eines systematischen Reviews zu beantworten.

Wie sicher sind Methoden der natürlichen Familienplanung? Umfangreiche Literaturrecherchen ergaben 53 Studien, in denen die kontrazeptive Sicherheit verschiedener Methoden zur natürlichen Familienplanung (NFP) untersucht wurde. Die Bestimmung der fruchtbaren Zyklustage erfolgte dabei nach der Kalendermethode, durch Computeralgorithmen, Beobachtung des Zervixschleims, Hormonbestimmung oder/und regelmäßige Basaltemperaturmessung. Die beobachteten Schwangerschaftsraten bei typischem Gebrauch im ersten Anwendungsjahr zeigten eine große Schwankungsbreite – sowohl zwischen den verschiedenen NFP-Varianten als auch innerhalb einer Methode. So lag der Pearl-Index beispielsweise in vier Studien mit knapp 3.800 Teilnehmerinnen, die die Billings-Methode (Beobachtung des Zervikalschleims) anwandten, zwischen 10,5 und 33,6.
Am besten schnitt die symptothermale Methode Sensiplan® der deutschen Arbeitsgruppe NFP ab, die auf Veränderungen von Zervixschleim, Basaltemperatur, Muttermund und anderen körperlichen Symptomen beruht: Sie kam in einer Studie mit 900 Teilnehmerinnen auf eine Schwangerschaftsrate von 1,8 in 100 Frauenjahren. Bei perfektem Gebrauch lag sie in der gleichen Studie sogar bei nur 0,4.
Auch die Verhütung nach dem symptohormonalen Marquette-Modell schien vergleichsweise sicher zu sein. Hier ergab sich in fünf Studien ein Pearl-Index von 1,8 bis 7,0 durch die Kombination von Zervixschleimbeurteilung und LH-Messung im Urin. Mit dem auf Östrogen- und LH-Bestimmungen im Morgenurin basierenden Verhütungscomputer Persona lag er dagegen beim typischen Gebrauch im ersten Jahr bei 25,6 und bei perfekter Anwendung bei 12,1. Die vereinfachte Kalendermethode „Standard-Days“, bei der die Frau ihre fruchtbaren Tage durch verschiedenfarbige Perlen in einer Kette bestimmt, kam auf Schwangerschaftsraten zwischen 11,2 und 14,1 pro 100 Frauenjahre.
Insgesamt beurteilten die Autoren die verfügbare Evidenz zur Verhütungssicherheit der verschiedenen NFP-Methoden jedoch als unzureichend.
Quelle:

Peragallo Urrutia R et al.: Effectiveness of fertility ... Obstet Gynecol 2018; 132: 591-604

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