Künstliche Intelligenz | Praxis-Depesche 11/2018

Diagnose diabetischer Augenkrankheiten

Auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Diagnosesysteme sollen die Versorgung in Zukunft qualitativ und kosteneffizient optimieren. In den USA wurde nun das erste KI-Diagnosesystem zur Früherkennung der diabetischen Retinopathie und des diabetischen Makulaödems zugelassen.

Gestestet wurde das autonome Diagnosesystem, dessen Algorithmus auf künstlicher Intelligenz basiert, an 900 Diabetes-Patienten (durchschnittliches Alter 59 Jahre, 47,5% Männer). 23,8% der Diabetiker hatten eine bereits eine diagnostizierte leicht ausgeprägte diabetische Retinopathie. Das KI-Diagnose-System identifizierte die betroffenen Augen zuverlässig und überzeugte mit einer Sensitivität von 87,2%, einer Spezifität von 90,7% sowie mit einer Bildgebungsrate von 96,1%.
Anhand dieser Studienergebnisse genehmigte die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA den Einsatz des KI-Systems in primären Pflegeeinrichtungen und die Durchführung der Untersuchung durch geschulte Gesundheitsdienstleister.
Das KI-Diagnose-System hat das Potenzial, jährlich den Sehverlust zahlreicher Diabetespatienten zu verhindern, so die Ratio für den Zulassungsentscheid. Im Hinblick auf die mehr als 24 000 Menschen, die in den Vereinigten Staaten jährlich ihr Augenlicht aufgrund diabetischer Retinopathie verlieren, ist dies sicher eine begrüßenswerte Entscheidung. EG

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

Ihr Zugang zu exklusiven Inhalten für Fachkreise

Login für Fachkreise

Neu registrieren

Passwort vergessen?