Postprandiale Blutzuckerkontrolle | Praxis-Depesche 4/2018

Diabetiker profitieren von Muskeltraining

Bei vielen Typ-2-Diabetikern kommt es nach den Mahlzeiten zu einem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels. Wie effektiv diesen postprandialen Blutzuckerspitzen durch passive Muskeldehnung oder Kraftübungen entgegengewirkt werden kann, haben indische Wissenschaftler untersucht.

Regelmäßiges körperliches Training steigert nachweislich die Insulinsensitivität der Gewebe und verbessert die glykämische Kontrolle. Nun testeten die Forscher, ob passive Muskeldehnung oder Krafttraining den postprandialen Blutzuckeranstieg abfangen können. Die Teilnehmer waren 51 Typ-2-Diabetiker im Alter zwischen 40 und 65 Jahre, die seit mindestens vier Jahren an der Stoffwechselstörung litten und trotz oraler Antidiabetika einen HbA1c-Wert >6,6% aufwiesen. Man machte drei kapilläre Blutzuckermessungen: Nüchtern, zwei Stunden nach der Mahlzeit sowie unmittelbar nach einer einstündigen Sporteinheit, bestehend aus 10 min. Aufwärmen, 40 min. Intervention und 10 min. Cool-Down. Je etwa die Hälfte der Probanden führte als Intervention ein passives Muskel-Stretching bzw. ein Krafttraining durch.
Das Ergebnis: In beiden Gruppen stieg der postprandiale Blutzucker im Vergleich zum Nüchternwert signifikant an und kehrte nach der Sportintervention nahezu auf den Ausgangswert zurück. Ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Übungsmethoden ließ sich dabei nicht nachweisen.
Dehn- und Kraftübungen steigern die metabolische Aktivität der Muskulatur und senken den Blutzuckerspiegel mit ähnlicher Effektivität, schlussfolgern die Studieninitiatoren. LO
Quelle:

Gurudut P et al.: Immediate effect of passive static stretching ... J Exerc Rehabil 2017; 13(5): 581-7; doi: 10.12965/jer.1735032.516

ICD-Codes: E11

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