Kinder mit Zöliakie | Naturmedizin 5/2019

Diät wird meist nicht dauerhaft durchgehalten

Die Zöliakie wird mit einer lebenslangen, strikt glutenfreien Diät behandelt. Regelmäßige Ernährungsinterviews sollen helfen, die Adhärenz sicherzustellen, sind aber nur wenig verlässlich. Eine objektive und sichere Art, die tatsächliche Glutenexposition festzustellen, ist die Bestimmung fäkaler immunogener Glutenpeptide (GIP).
An acht spanischen Zentren wurden von 64 Kindern mit diagnostizierter Zöliakie (Altersdurchschnitt vier Jahre, Interquartilbereich 1,5 bis neun Jahre) vor Beginn einer glutenfreien Diät sowie sechs, zwölf und 24 Monate danach Stuhl- und Blutproben erhoben. Zusätzlich gaben die Kinder bzw. ihre Eltern ein viertägiges Ernährungstagebuch ab. Anhand des fäkalen GIP-Spiegels ließ sich auf die tatsächliche Glutenexposition rückschließen. Zum Diagnosezeitpunkt waren GIP bei fast allen Kindern (97 %) nachweisbar. Nach Umstellung auf eine glutenfreie Diät war dies nur noch bei 13 % der Fall. Danach stieg der Anteil der glutenexponierten Kinder aber mit der Zeit wieder langsam auf 25 % nach 24 Monaten an. Daraus errechneten die Autoren eine durchschnittliche Glutenbelastung von 5.543 mg/d bei Diagnose, 144 mg/d nach sechs und 606 mg/d nach 24 Monaten. Dies deckt sich mit der Beobachtung, dass das Einhalten der strikten Diät anfangs meist am besten gelingt, viele Patienten danach aber nachlässiger werden, vor allem wenn typische gastrointestinale Symptome ausbleiben.
Quelle: Comino I et al.: Prospective longitudinal study ... Aliment Pharmacol Ther 2019; 49(12): 1484-92

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

Ihr Zugang zu exklusiven Inhalten für Fachkreise

Login für Fachkreise

Neu registrieren

Passwort vergessen?