Gefährdung von Umweltschutz und Menschenrechten | Naturmedizin 3/2018

Deutsche Unternehmen verantwortlich für Umweltgifte im Ausland

Die EU-Regeln bezüglich Produkten, die eine Gefährdung für Mensch und Natur darstellen, sind für manche deutsche Unternehmen im Rest der Welt scheinbar irrelevant. Sie verkaufen u. a. hochgefährliche Pestizide und lassen Schiffe in Bangladesch abwracken.

Was außerhalb unserer EU-Grenzen geschieht, betrifft uns nicht? Weit gefehlt. Umweltzerstörung an jedem Fleck der Erde hat nicht nur vor Ort Auswirkungen auf Ökosystem und Gesundheit, sondern ist auch von globaler Bedeutung. So fordert das Öko-Institut in seinem Spendenprojekt „Umweltschutz wahrt Menschenrechte”, dass deutsche Unternehmen ihrer globalen Verantwortung gerecht werden und ihre Sorgfaltspflichten zum Schutz von Mensch und Umwelt ernst nehmen. Der deutsche Staat muss dafür sorgen, dass im Ausland EU-Standards nicht unterlaufen werden. Dieser Pflicht kommt er heute teilweise nur unzureichend nach. Diese Forderungen gelten für alle untersuchten Fälle, darunter auch für den Kupferbergbau in Peru.
In seiner Fallstudie zu Pestiziden legt das Öko-Institut den Schwerpunkt auf besonders gefährliche Chemikalien. Viele von ihnen sind unmittelbar toxisch; sie führen beim Einatmen oder bei der Anwendung zu schweren Vergiftungen. Andere wirken langfristiger, indem sie krebserregend sind, den Hormonhaushalt negativ beeinflussen oder das Erbgut schädigen. Gelangen sie in 
Böden und Gewässer, können sie ihren Weg in Nahrungsmittel und Trinkwasser finden. Andere Chemikalien sind äußerst schädlich für Bienen. Das Öko-Institut fordert ein Exportverbot der hochgiftigen, in der EU nicht zugelassenen Pestizide.
Beim Schiffsrecycling werden bestehende Regeln nicht eingehalten. Dabei gelangen Schweröle, Asbest und weitere Gefahrstoffe ins Meer; Arbeiter kommen häufig ungeschützt mit ihnen in Berührung. Das Öko-Institut fordert, dass die bestehenden Regelungen eingehalten und vom deutschen Staat konsequent durchgesetzt werden.
Quelle:

Working Paper Öko-Instiut „Umwelschutz wahrt Menschenrechte! Deutsche Unternehmen in der globalen Verantwortung.” www.oeko.de

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