HPV und zervikale Dysplasie | Naturmedizin 5/2019

Auf die vaginale Flora kommt es an

Das Risiko einer Infektion mit dem humanen Papilloma-Virus (HPV), ebenso wie die Persistenz einer bestehenden HPV-Infektion und das Progressionsrisiko zur Karzinogenese hängten nach einer Meta-Analyse auch von der vaginalen Mikrobiota ab. Dabei kommt es nicht nur auf die Abundanz von Lactobazillen an, sondern auch darauf, welche Lactobacillus- Art dominiert.
Eine schwedische Arbeitsgruppe trug Daten von elf Studien zu diesem Thema zusammen. Unterschieden wurde dabei vorwiegend zwischen einer lactobazillen- und nichtlactobazillendominierten Flora; teilweise wurde auch die genaue dominierende Lactobacillus-Spezies genannt. Jeweils drei der Studien bezogen sich auf asymptomatische Frauen bzw. Zugehörige bestimmter Risikogruppen und die übgrigen fünf auf Frauen mit bestätigter HPV-Infektion oder zervikaler Dysplasie. Die Stichprobenzahlen waren mit 29 bis 278 Teilnehmerinnen insgesamt recht gering.
In fast allen Studien stieß man außerdem auf mindestens ein von anaeroben Bakterien dominiertes CST. Das geringste Risiko einer HPV-Infektion trugen Frauen mit einer L.-crispatus-dominierten Vaginalflora. Das höchste Risiko ergab sich demgegenüber für Bakteriengemeinschaften mit geringer Lactobazillenbesiedelung (OR 4,73), gefolgt von L.-iners-dominierten CST (OR 3,22). Beschränkte man sich auf Hochrisiko- HPV-Typen, brachte eine von Lactobacillus- gasseri-dominierte Besiedelung das größte Risiko mit sich (OR 3,30), gefolgt von lactobazillenarmen Gemeinschaften (OR 2,82) und L.-iners-Dominanz (OR 2,11).
Vier Studien trugen Daten zur vaginalen Mikrobiota und dem Risiko für zervikale Dysplasie oder Krebsentstehung bei. Auch hierbei waren lactobazillenarme und L.-iners-dominierte CST mit einem erhöhten Risiko assoziiert. Die statistische Heterogenität der Studien war gering, weshalb die Ergebnisse als relativ robust angesehen werden können. Die Resultate zu L. gasseri sollten allerdings mit Vorsicht interpretiert werden, da hier nur sehr wenige Proben in die Analyse mit einflossen.
Quelle: Norenhag J et al.: The vaginal microbiota, HPV and cervical dysplasia... BJOG 2019 Epub Jun 25; doi: 10.1111/1471-0528.15854

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