Studie zu Biodiversität

Naturmedizin 2/2021

Artenvielfalt für die mentale Gesundheit

In Regionen mit einer höheren Vielfalt an Pflanzen- und Vogelarten geht es den Menschen, die dort leben, besser. So lassen sich die Ergebnisse einer Studie unter Leitung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums (SBiK-F) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zusammenfassen.
Die Studie analysierte den Zusammenhang zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit in Deutschland. Die Forschenden unterschieden zwischen der mentalen und der physischen Gesundheit und griffen auf Daten zu fast 15.000 Haushalten und 30.000 Personen zurück, die durch das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) gesammelt wurden. Als Indikatoren für die Biodiversität nutzten sie Daten zur Artenvielfalt von Pflanzen und Vögeln sowie die Populationsdichte von Vögeln.
Die Ergebnisse zeigen eine höhere mentale Gesundheit der Menschen in Landkreisen mit einer größeren Vielfalt an Pflanzenund Vogelarten. „Wenn also eine Person in einem Kreis mit vielen verschiedenen Pflanzen und Vögeln lebt, dann geht es dieser Person im Durchschnitt mental besser als Menschen in Kreisen mit niedrigerer Artenvielfalt“, sagt Erstautor Joel Methorst, der die Studie im Rahmen seiner Promotion bei iDiv, SBiK-F und der Goethe-Universität Frankfurt leitete und nun an der Helmut- Schmidt-Universität in Hamburg forscht. Darüber hinaus ließ sich feststellen, dass sich die Nähe zu öffentlichen Parks und Grünflächen positiv auf die Gesundheit auswirkt. Je näher der Park, desto besser geht es auch den Menschen.
Entgegen der Erwartung der Forschenden scheint die Populationsdichte von Vögeln jedoch nicht relevant für die mentale Gesundheit zu sein. „Das könnte daran liegen, dass manche Arten mit hoher Populationszahl wie Tauben, Möwen oder Krähen nicht immer so beliebt in der Bevölkerung sind“, erklärt Joel Methorst.
Nicht nachweisen ließ sich ein Zusammenhang zwischen der Artenvielfalt und der physischen Gesundheit. Die Forschenden gehen dennoch davon aus, dass es einen indirekten Zusammenhang gibt: Wer gerne in der Natur aktiv ist, um Tiere und Pflanzen zu erleben, kann mit dieser körperlichen Aktivität auch seinen Gesundheitszustand verbessern.

 

Pressemitteilung, Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, Kati Kietzmann

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