Kombiniertes Review und Meta-Analyse | Naturmedizin 3/2018

Akupunktur bei Psoriasis

Verschiedene Akupunkturarten sind wirksam in der Behandlung der Psoriasis. Auch Akupressur scheint einen deutlichen Nutzen zu haben. Mehr Daten zu Langzeiteffekten wären aber wünschenswert. Außerdem sollten die Akupunkturinterventionen in den Arbeiten zum Thema genauer beschrieben werden, um sie besser nutzbar zu machen.

Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) handelt es sich bei Psoriasis um „Jiu Zha Bi”, was soviel wie „Weinstängelnase” bedeutet. Der Pathomechanismus geht von Ernährungsfehlern aus, die Hitze im Magen erzeugen. Die Hitze steigt über die Lunge (Leitbahnen) auf zum Gesicht, bei Hitzestagnation in Lunge und Magen werden Gesichtshaut und Nase angegriffen und es bilden sich entzündliche Pusteln und Papeln. Langfristig kann es zur Blutstase und zur Blockade der Leitbahnsysteme (Jing-Luo) kommen. So bildet sich durch diffuse Gewebshyperplasie das Rhinophym. Häufig verwendete Akupunkturpunkte sind u. a. Ma 41 (Dicang), Lu 5 (Qize), Di 20 (Ying-xiang) und Ex-HN 3 (Yintang).
 
Die Analyse
 
Die Evidenz der Akupunktur bei Psoriasis ist noch nicht ausreichend, obwohl Studien zum Thema auch mit positiven Ergebnissen vorliegen. Jedoch sind detaillierte Beschreibungen der verwendeten Techniken unzureichend vorhanden. Um eine Übersicht zu verschaffen, führten Mei-Ling Yeh et al. aus Taipei / Taiwan ein systematisches Review, kombiniert mit einer Meta-Analyse, vorhandener randomisierter kontrollierter Studien (RCT) durch. Insgesamt 13 RCTs, zwischen 1997 und 2016 veröffentlicht, mit 1060 Teilnehmern wurden eingeschlossen. Von den 1060 Teilnehmern waren 590 (55,7 %) in den Interventionsgruppen, 461 Teilnehmer (43,5 %) in den Kontrollgruppen ohne Akupunkturstimulation, neun Teilnehmer (0,8 %) fielen aus. Die Probanden mit einem Alter von 18 bis 77 Jahren waren zu 38,7 % männlich und zu 56 % weiblich, über 5,3 % der Teilnehmer gab es keine Angabe. Die Interventionsdauer betrug in sieben Studien mindestens zwei Monate, in den anderen Arbeiten waren es weniger als acht Wochen. Vier Studien führten eine Nachbeobachtung von bis zu acht Wochen durch.
Die verwendeten Akupunkturarten: Akupunktur allein oder in Kombination (vier RCTs), Akupressur (ein RCT), Blutentlassung von Akupunkturpunkten (Acupoint Bloodletting, vier RCTs), Fadenakupunktur (Catgut-Akupunktur, drei RCTs) und Akupunkturinjektionen (ein RCT).
 
Ergebnisse
 
Die getesteten Akupunkturtechniken haben alle einen Effekt auf die Psoriasis. Sie können die Symptome schnell und effektiv verringern. Am 
erfolgreichsten war die Akupressur am Ohr. Signifikant wirksamer als die medikamentöse Therapie zeigten sich in der Auswertung der Meta-Analyse auch die klassische Akupunktur und die Fadenakupunktur. Die Naturfasern aus Schaf-oder Ziegendärmen wurden in den Akupunkturpunkt eingebettet und verblieben zur Stimulation sieben bis 14 Tage. Gute Langzeiteffekte zeigten sich. Alle Akupunkturarten sollten mindestens sechs Wochen angewendet werden, um eine Wirkung zu erzielen, so die Schlussfolgerung aus der Datenauswertung.
Sechs Studien vermeldeten insgesamt 104 unerwünschte Ereignisse, die 5,4 % der Akupunkturgruppen und 28,6 % der Kontrollgruppen betrafen. Davon waren 14 durch Fadenaktupunktur ausgelöst.
Um Langzeiteffekte einzuschätzen, reichen die Daten aber nicht aus, da nicht genug Nachbeobachtungen durchgeführt wurden.
Interessant wäre zukünftig eine genauere Untersuchung der Wirkmechanismen.
Quelle:

Yeh ML et al.: Acupuncuture-related techniques for psoriasis ... JACM 2017; DOI 10.1089/acm.2016.0158

ICD-Codes: L40.9

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