Gutes Altern | Naturmedizin 4/2019

Aktiv gegen Knieund Hüftarthrose

Eine ganzheitliche Patientenedukation bei Knieund Hüftarthrose ermöglicht eine aktive Lebensweise mit hoher Lebensqualität. Dr. Joachim Merk gibt hier Empfehlungen für eine gezielte ärztlich- therapeutische Anleitung.
Die Patientenedukation gilt als zentrale Aufgabe des Arztes und der therapeutischen Gesundheitsfachberufe. Darunter werden alle psychologisch-pädagogischen Aktivitäten der Gesundheitsförderung verstanden, die neben der reinen Vermittlung von Information zur Erkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten auch eine ganzheitliche Beratung zu einer gesunden Lebensweise beinhalten sollten.
In diesem Artikel werden zunächst kurz die verschiedenen Aspekte einer ganzheitlichen Patientenberatung vorgestellt. Da es im Rahmen des ärztlichen Gesprächs oft nicht möglich ist, wertvolle Alltagstipps in kurzer Zeit ohne Informationsverlust zu vermitteln, werden im Anschluss zwei Handouts für die Zielgruppe Knie- oder Hüftarthrose- Patienten vorgestellt, die Betroffenen am Ende des ärztlichen Beratungsgesprächs ausgegeben werden können.
 
Schmerzbewältigung und Medikamente
Eine zeitgemäße Patientenedukation bezüglich der Beschwerden bei Arthrosen der großen Beingelenke kann neben der Anleitung zu einem verantwortungsvollen Schmerzmitteleinsatz auch Informationen zu nicht-medikamentösen Ansätzen der Schmerzbewältigung beinhalten. Dazu gehören z. B. die Ablenkung durch soziale Kontakte und Aktivitäten (z. B. mit Enkeln, Freunden), Gegenirritationsverfahren wie TENS, physikalische Therapien wie Eis und Wärme und dosierte Bewegung mit kontrollierter Belastung (z. B. Pendelübungen). Darüber hinaus können auch einfache Hausmittel wie Gelenkwickel mit Quark, Kohl, oder essigsaurer Tonerde, Einreibungen auf Alkoholbasis, z. B. mit Franzbranntwein, Johanniskraut oder auch einfach anzuwendende hydrotherapeutische Verfahren (Kneippsche Beingüsse und Wechselbäder) den Schmerzmittelbedarf der Patienten reduzieren.
 
Ernährung und Gewichtsmanagement
Ernährungswissenschaftler empfehlen die „diätetische Therapie als integralen Bestandteil einer modernen Arthrosebehandlung“ (Biesalski et al. 2010). Als Grundlage können die sehr leicht zu vermittelnden zehn allgemeinen Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE 2017) thematisiert werden, z. B. die Nutzung gesundheitsfördernder Fette (Omega-3-Fettsäuren), die Reduktion von Zucker und Alkohol und eine ballaststoff- bzw. vitaminreiche Ernährung über Gemüse und Obst („Nimm 5 am Tag“) mit ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Da gelenknahe Entzündungsprozesse als Katalysator für den Arthroseprozess gelten, sollte der antioxidativen Ernährung über eine Zufuhr von Enzymen, Mineralstoffen, Vitaminen und Mineralien ebenfalls ein besonderes Augenmerk gewidmet werden.
Parallel zu einer ausgewogenen Ernährung kommt insbesondere bei übergewichtigen Arthrose-Patienten der Gewichtsregulation eine immense Bedeutung zu. Eine Reduktion des Körpergewichts um nur 5 % führt nach aktueller Studienlage bereits zu einem klinisch relevanten positiven Effekt auf die Beschwerden der Patienten.
 
Stressregulation
Wie Rückenschmerzen können auch Gelenkbeschwerden durch Arthrosen der großen Beingelenke von psychosozialen Belastungsfaktoren und einem unangemessenen Schlaf- Wach-Verhältnis verstärkt werden. Deshalb beinhaltet eine ganzheitliche ärztlich-therapeutische Beratung auch Tipps zur individuellen Work-Life-Balance und der Schlafhygiene. Beides wird im Übrigen auch durch die Förderung einer aktiven Lebensweise unterstützt.
 
Bewegung
Auf den folgenden beiden Seiten werden Tipps für die Umsetzung einer aktiven Lebensweise im Alltag vorgestellt. Die Seiten sind als Handouts, zum Heraustrennen, kopieren und zur Weitergabe an Patienten konzipiert. Im Idealfall schaffen es betroffene Personen, diese Aktivitäten fest und regelmäßig in Ihren Tagesablauf zu integrieren.
Quelle: Autor Dr. sc. hum Joachim Merk Diplom-Sportpädagoge/ Physiotherapeut PT Akademie – BG Klinik Tübingen Schnarrenbergstraße 95, 72076 Tübingen E-Mail: jmerk@bgu-tuebingen.de

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